Betrügereien bei angeblichen Kassen-Nachschauen nach § 146b AO

28. September 2018

Wir möchten Sie darüber informieren, dass in einigen Bundesländern Betrüger unterwegs sind.

 

Diese Betrüger verwenden folgende „Masche“:

 

Sie stellen sich den Steuerpflichtigen in deren Geschäftsräumen als Mitarbeiter der Finanzverwaltung vor. Dabei werden gefälschte Dienstausweise vorgelegt. Teilweise erfolgt auch die Vorlage einer natürlich ebenfalls gefälschten Prüfungsanordnung. Nach einem durchgeführten Kassensturz wird die Beschlagnahme des vorhandenen Bargelds erklärt und das Geld mitgenommen. Es kommt selbstverständlich nie bei der Finanzverwaltung an. Auch die auf der Prüfungsanordnung angegebene Telefonnummer ist nicht die des Finanzamtes.

 

 

Vor diesem Hintergrund geben wir Ihnen folgende Handlungsempfehlung:

 

Lassen Sie sich neben dem Dienstausweis auch den Vordruck über die „Durchführung einer Kassen-Nachschau (§ 146b Abgabenordnung – AO)“ zeigen. Kann kein Dienstausweis vorgelegt werden und ist Ihnen der Prüfer nicht bekannt, so sollten Sie gegebenenfalls beim Finanzamt anrufen und sich erkundigen, ob die Person dort tatsächlich beschäftigt ist. Oder rufen Sie gegebenenfalls Ihren Steuerberater an und fragen dort nach, ob diesem der Prüfer bekannt ist. Vertrauen Sie jedenfalls nicht jedem, der Ihnen einen Dienstausweis vorhält und einen Blick in Ihre Kasse werfen will.

 

Sollte eine Person, die vorgibt, eine Kassen-Nachschau durchzuführen, Geld „beschlagnahmen“ und mitnehmen wollen, empfehlen wir Ihnen, umgehend die Polizei zu benachrichtigen. Da Finanzamtsbedienstete nicht befugt sind, im Rahmen einer Kassen-Nachschau Geld anzunehmen, ist von einem Betrugsversuch auszugehen.

 

Wir hoffen sehr, dass Sie von diesen Betrügereien verschont bleiben.

 

 

Aus den ersten regulär durchgeführten Kassennachschauen haben sich bereits einige erhebliche Beanstandungen zu den Kassen und den dazugehörigen Dokumenten ergeben.

 

Hauptsächlich wurden folgende Feststellungen gemacht:

 

  • es fehlt die Verfahrensdokumentation,
  • die Schnittstelle zum Auslesen der Daten durch die Finanzverwaltung ist nicht programmiert,
  • bei Updates per Onlinezugriff stehen die entsprechenden Protokolle nicht zur Verfügung,
  • bei ziehen einer Zwischensumme (hier X-Bon) wurde der Kassenbestand verdoppelt. Hier besteht unter Umständen für Sie nochmaliger Handlungsbedarf. Wir möchten Sie an dieser Stelle insbesondere nochmal darauf hinweisen, dass in Ihren Geschäftsräumen für den Prüfer jederzeit eine Verfahrensdokumentation bereitliegen muss. Diese soll folgende Inhalte umfassen:

 

  • eine allgemeine, übersichtlich gegliederte Beschreibung darüber, wie die Kasse geführt wird (i. W. technische Daten, Aufbau, Ablauf, Ergebnisse des Datenverarbeitungsverfahrens und beteiligte Personen),
  • die Anwender-, technischen System- und Betriebsdokumentationen der jeweiligen Kasse.

 

  • Sollten Sie Fragen zu diesem Thema haben, stehen wir Ihnen selbstverständlich jederzeit gern zur Verfügung. Auch bei Ausgestaltung der Verfahrensdokumentation stehen wir Ihnen gern unterstützend zur Seite.

 

Ihre avericon Steuerberatungsgesellschaft mbH



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