Vortrag

Steuerliche Lohnänderungen

8. Mai 2019

Steuervorteile für E-Dienstwagen-Nutzer

 

Listenpreis darf jetzt halbiert werden

 

Der geldwerte Vorteil für die private Nutzung eines Elektro-Dienstwagens wird ab 2019 quasi halbiert. Die Ein-Prozent-Regelung berechnet sich ab 2019 bei E-Autos nur noch aus dem halben Bruttolistenpreis. Der Steuervorteil gilt für ab 2019 neu angeschaffte Elektro-Fahrzeuge.

 

Mit der gesetzlichen Anpassung wird der Prozentsatz von 1 Prozent auf 0,5 Prozent bei der Dienstwagen¬besteuerung für Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge abgesenkt. Damit wird eine Vorgabe aus dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung in § 6 Absatz 1 Nummer 4 Satz 2 und 3 EStG umgesetzt. Die Halbierung gilt auch für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte und für Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung.

 

Halbierung des geldwerten Vorteils auch bei Fahrtenbuchmethode

 

Bei der Fahrtenbuchmethode werden die Anschaffungskosten für das Kraftfahrzeug in Form der
Abschreibung berücksichtigt. Entsprechend der Halbierung der Bemessungsgrundlage für die Anwendung der Listenpreisregelung wird hier die zu berücksichtigende Abschreibung ebenfalls halbiert. Wird ein geleastes oder gemietetes Kraftfahrzeug genutzt, sind die Leasing- oder Mietkosten nur zur Hälfte zu berücksichtigen.

 

Elektro-Dienstwagen 2019: Steuervorteil nur für befristeten Zeitraum

 

Die Neuregelung ist anzuwenden für Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge, die extern aufladbar sind und die im Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2021 angeschafft oder geleast werden.

 

Bestandsfahrzeuge: Nachteilsausgleich weiterhin anzuwenden

 

Für vor und nach diesem Zeitraum angeschaffte oder geleaste Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge, die extern aufladbar sind, gilt die bisherige Regelung unverändert weiter. Danach ist der Listenpreis für bis zum 31. Dezember 2013 angeschaffte Kraftfahrzeuge um 500 Euro pro Kilowattstunde der Batteriekapazität zu mindern, dieser Betrag mindert sich für in den Folgejahren angeschaffte Kraftfahrzeuge um jährlich 50 Euro pro Kilowattstunde der Batteriekapazität; die Minderung pro Kraftfahrzeug beträgt höchstens 10.000 Euro.

 


Neue Steuervorteile für Dienstrad-Nutzer

 

Nach einer neuen Vorschrift bleiben seit 2019 zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn vom Arbeitgeber gewährte Vorteile aus der Überlassung eines betrieblichen Fahrrads, das kein Kraftfahrzeug ist, steuerfrei.

 

Die Steuerbefreiung des geldwerten Vorteils aus Überlassung eines betrieblichen Fahrrads vom Arbeitgeber an Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (neuer § 3 Nummer 37 EStG) soll das umweltfreundliche Engagement der Nutzer von Fahrrädern und deren Arbeitgeber honorieren, die die private Nutzung, die Nutzung für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte und für Familienheimfahrten für ihre Arbeitnehmer unentgeltlich oder verbilligt ermöglichen.

 

Steuerbefreiung für Fahrräder: Werbungskosten werden nicht gekürzt

 

Bei der Steuererklärung erfolgt auch keine Anrechnung auf die Entfernungspauschale.

 

Fahrrad oder Kfz? Steuerbefreiung nur für „normale“ Fahrräder

 

Die Steuerbefreiung gilt sowohl für Elektrofahrräder als auch für „normale“ Fahrräder. Ist ein Elektrofahrrad jedoch verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug einzuordnen (zum Beispiel gelten Elektrofahrräder, deren Motor auch Geschwindigkeiten über 25 Kilometer pro Stunde unterstützt, als Kraftfahrzeuge), sind für die Bewertung dieses geldwerten Vorteils die Regelungen der Dienstwagenbesteuerung anzuwenden.

 

Minijobs ohne geregelte Arbeitszeiten sind ab 01.01.2019 sozialversicherungspflichtig

 

Was hat sich geändert?

 

Eine kleine Gesetzesänderung in § 12 I Satz 3 TzBfG zum 01.01.2019 kann viele Minijobs sozialversicherungspflichtig machen:
In der Praxis werden viele Minijobber ohne schriftlichen Arbeitsvertrag, in dem die wöchentliche Arbeitszeit geregelt ist, beschäftigt. Grund hierfür ist oft, dass der Beschäftigte keine feste Arbeitszeit hat und auch nicht haben soll – er soll eben arbeiten, wenn es Arbeit gibt.
Die Regeln für diese sogenannte Abrufarbeit sind im Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) festgelegt. Bisher galt: Werden keine eindeutigen (d.h. schriftlichen) Regelungen zur wöchentlichen oder monatlichen Arbeitszeit getroffen, gilt eine wöchentliche Arbeitszeit von 10 Stunden als vereinbart. Seit dem 01.01.2019 gilt nun die gesetzliche Vermutung, dass ohne eindeutige Regelungen 20 Stunden wöchentlich vereinbart sind.

 

Warum wird der Minijob dadurch auf jeden Fall sozialversicherungspflichtig?

 

Ganz einfach: wegen des Mindestlohngesetzes. Der Mindestlohn beträgt seit Jahresbeginn 9,19 € pro Stunde. Bei einer vermuteten wöchentlichen Arbeitszeit von 20 Stunden ergäbe sich eine monatliche Vergütung von 796,47 € – also deutlich über 450 €.

 


Welche Konsequenzen drohen?

 

Ihre „Minijob“-Arbeitnehmer können den Mindestlohn nachfordern.
Die Rentenversicherung wird die nicht gezahlten Sozialversicherungsbeiträge nachfordern. In unserem Beispiel sind das rund 200 € pro Monat für bis zu vier Jahre! Haben Sie zwar keine feste Arbeitszeit, wohl aber einen über dem Mindestlohn liegenden Stundenlohn vereinbart, wird es noch teurer.

 

Was ist zu tun?

 

Wenn Sie Minijobber beschäftigen, prüfen Sie die Arbeitsverträge dahingehend, ob eine feste wöchentliche oder monatliche Arbeitszeit vereinbart ist – wenn nicht, passen Sie die Verträge dringend an.

 

Änderung bei Midijobs – Gleitzone wird Übergangsbereich

 

Neuregelungen für Midijobs ab Mitte 2019: Die Entgeltgrenzen werden angehoben, und aus dem Begriff „Gleitzone“ wird der Begriff „Übergangsbereich“.
Zum 1. Juli 2019 treten für die bisherige Gleitzone einige Neuregelungen in Kraft. Rechtsgrundlage dafür ist das „Gesetz über Leistungsverbesserungen und Stabilisierung in der gesetzlichen Rentenversicherung – RV-Leistungsverbesserungs- und –Stabilisierungsgesetz“.

 

Neu: Übergangsbereich und Anhebung der Entgeltgrenzen

 

Ab dem 1. Juli 2019 wird der Begriff „Gleitzone“ durch den Begriff „Übergangsbereich“ ersetzt. Außerdem wird die Entgeltgrenze des Übergangsbereichs von bisher 850 Euro auf 1.300 Euro angehoben. Damit wird sich die Zahl der Beschäftigten, die unter den Anwendungsbereich dieser Regelungen fallen, annähernd verdoppeln. Auch viele Teilzeitbeschäftigte liegen mit ihrem regelmäßigen Arbeitsentgelt künftig in diesem Bereich.

 

Für Entgelte, die regelmäßig im Übergangsbereich liegen, werden die Sozialversicherungsbeiträge nach den entsprechenden Vorschriften erhoben. Ausbildungsvergütungen sind von dieser Regelung ausgenommen.



zurück zurück