Vortrag

Anwendungsfragen zur Verlängerung der Steuererklärungsfristen und der zinsfreien Karenzzeiten durch das Gesetz vom 25. Juni 2021 (BGBl. I S. 2035)

12. August 2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

angesichts der weiterhin andauernden, durch die Corona-Pandemie verursachten Ausnahmesituation wurden die Erklärungsfristen in beratenen, wie in nicht beratenen Fällen (§ 149 Absatz 2 und 3 AO) sowie die zinsfreien Karenzzeiten (§ 233a Absatz 2 Satz 1 und 2 AO) für den Besteuerungszeitraum 2020 um drei Monate verlängert (Gesetz vom 25. Juni 2021, BGBl. I S. 2035).

 

Danach gilt Folgendes:

 

Abgabefrist ohne Berater:

 

Für die Steuererklärung 2020 endet die allgemeine gesetzliche Abgabefrist für Steuerpflichtige, die sich die Steuererklärung nicht vom Steuerberater oder anderen Angehörigen der steuerberatenden Berufe erstellen lassen, eigentlich am 31. Juli 2021.

 

Wegen der Corona-Pandemie hat der Gesetzgeber jedoch ausnahmsweise eine dreimonatige Fristverlängerung beschlossen, also bis Sonntag, den 31. Oktober 2021. Deshalb muss die Steuererklärung erst bis zum 1. November 2021 beim Finanzamt eingetroffen sein. In Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz oder Saarland gilt wegen des Feiertags Allerheiligen der 2. November 2021.

 

Abgabefrist mit Berater:

 

Steuerpflichtige, die ihre Steuererklärung durch einen Steuerberater oder anderen Angehörigen der steuerberatenden Berufe erstellen lassen, bekommen automatisch sieben Monate Aufschub. So gilt grundsätzlich der letzte Februartag des übernächsten Jahres als Abgabefrist.

 

Für die Steuerjahre 2019 und 2020 gibt es gesetzliche Ausnahmeregelungen.

 

Die Steuererklärungen 2019 können ausnahmsweise sechs Monate später abgegeben werden, also bis zum 31. August 2021.  Außerdem wird die regulär 15-monatige zinsfreie Karenzzeit um sechs Monate verlängert. Folglich beginnt der Zinslauf für Erstattungs- und Nachzahlungszinsen erst am 1. Oktober 2021.

 

Für das Steuerjahr 2020 gilt die allgemeine dreimonatige Fristverlängerung. Die Steuererklärung 2020 muss daher bis zum 31. Mai 2022 beim Finanzamt sein. Die zinsfreie Karenzzeit wird ebenfalls um drei Monate verlängert. Sie beginnt demnach am 1. Juli 2022.

 

Wir rechnen damit, dass diese Verlängerungsmaßnahmen situationsbedingt gewährt werden und in näher Zukunft wieder mit einer Rückkehr zu den ursprünglichen Fristen zu rechnen ist.

 

Auch wir sind aufgrund der vielfältigen Zusatzaufgaben, die sich im Verlaufe der Pandemie ergeben haben, rein kapazitätsseitig stark beansprucht. Dennoch wollen wir trotz der verlängerten Abgabefristen weiterhin die Bearbeitungsrythmen Ihrer Jahresabschlüsse und Steuererklärungen beibehalten, wie sie vor der Pandemie gegolten haben. Dies erleichtert Ihnen und uns auch mit Blick für die Zukunft die laufende Zusammenarbeit und vermeidet große Nachholungswellen.

 

Für Rückfragen zu diesen Themen stehen wir Ihnen natürlich gerne jederzeit zur Verfügung.

 

Ihr Team der avericon!

 



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