Vortrag

Bundesrat stimmt Maßnahmen gegen Share Deals zu

25. Mai 2021

Die sog. Share Deals, mit denen Immobilieninvestoren bislang die Grunderwerbsteuer gestalten konnten, werden erschwert: Nach dem Bundestag hat am 7. Mai 2021 auch der Bundesrat dem „Gesetz zur Änderung des Grunderwerbsteuergesetzes“ zugestimmt. Das Gesetz soll nach seiner Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten und der Verkündung im BGBl. am 1. Juli 2021 in Kraft treten.

 

Hintergrund: Im Fokus stehen Steuergestaltungen insbesondere im Bereich hochpreisiger Immobilientransaktionen, bei denen bewusst nur bestimmte prozentuale Geschäftsanteile veräußert werden, um die Grunderwerbsteuer zu umgehen: Investoren kaufen nicht direkt ein Grundstück einschließlich Gebäude, sondern die Anteilsmehrheit eines Unternehmens, die kleiner als 95 Prozent sein muss. Häufig werden zu diesem Zweck eigens Unternehmen gegründet. Die übrigen 5+ X Prozent werden dann in aller Regel nach Ablauf von weiteren 5 Jahren übertragen.

 

Um solche Share Deals einzudämmen, senkt der Gesetzgeber die bisherige 95-Prozent-Grenze in den Ergänzungstatbeständen des Grunderwerbsteuergesetzes auf 90 Prozent ab. Zudem führt er einen neuen Ergänzungstatbestand zur Erfassung von Anteilseignerwechseln von mindestens 90 Prozent bei Kapitalgesellschaften ein und verlängert die Haltefristen von fünf auf zehn Jahre.

 

Die Ersatzbemessungsgrundlage auf Grundstücksverkäufe wird auch im Rückwirkungszeitraum von Umwandlungsfällen angewendet. Die sog. Vorbehaltsfrist wird auf 15 Jahre verlängert.

 

Sollten Sie einen sog. Share-Deal planen, beachten Sie bitte, dass dieser nur noch bis spätestens zum 30. Juni 2021 unter den alten steuerlichen Bedingungen durchgeführt werden kann. Gerne stehen wir Ihnen steuerlich beratend zur Seite.

 

Ihr Team der avericon



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