Neues Gesetz

Corona-Hilfen zum Jahresende/Ausblick 2021

17. Dezember 2020

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

das Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu. Es war ein Jahr geprägt von sehr turbulenten Zeiten, die neben persönlichen Einschränkungen, die wirtschaftliche Situation vieler Unternehmen enorm beeinträchtigt haben.

 

Das Jahr 2020 war ebenfalls von einer Vielzahl von Unterstützungsmaßnahmen seitens des Bundes und der Länder geprägt, die die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona Pandemie abmildern sollen. In diesem Zusammenhang wurden in den vergangenen Monaten unzählige Anträge gestellt, mit teilweise umfangreichen, erforderlichen Angaben sowie sich zum Teil täglich ändernden Regelungen und Voraussetzungen, welche es zu prüfen und berücksichtigen galt.

 

Da wir auch über den Jahreswechsel weiterhin von der Corona Pandemie begleitet werden, wird es weitere und neue Corona-Hilfen geben, die den wirtschaftlichen Schaden bei den Unternehmen eindämmen sollen. Wir haben über die gesamt Zeit versucht, Ihnen durch unsere Newsletter einen stetigen Überblick über jeweiligen Regelungen zu geben. Parallel dazu haben wir uns selbst auf die verschiedenen Hilfsprogramme in der Form eingestellt, dass wir separate und spezialisierte Teams für Sie gebildet haben, die die einzelnen Beantragungen übernehmen.

 

Nun stehen neue Programme und Regelungen an. Über die Neuregelungen zum Jahresende 2020 und Jahresbeginn 2021 wollen wir Sie folgend informieren. Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch weiterhin als zuverlässiger Partner und Berater zur Seite, rund um das Thema Corona-Hilfen.

 

Folgende Hilfen/Erleichterungen wird es zum Jahresende sowie zum Beginn des neuen Jahres geben:

 

 

Novemberhilfe/Dezemberhilfe

 

Aufgrund der Verlängerung der Schließungsanordnungen wird es analog der Regelungen zur Novemberhilfe eine sogenannte Dezemberhilfe geben. Direkt, indirekt oder mittelbar von der Schließungsanordnung betroffene Unternehmen können Zuschüsse in Höhe von 75 % des Vergleichsumsatzes des Vorjahres als Zuschuss beantragen.

 

Antragsberechtigt sind grundsätzlich Unternehmen, die direkt von Schließungsanordnungen betroffen sind. Dabei ist aktuell noch offen, ob diese Fördermaßnahmen nunmehr auch durch die sächsische Lockdown-Anordnung und von der bundesweiten Schließungsanordnung vom 13. Dezember 2020 umfassend auch für alle Branchen ausgelöst werden und somit gelten sollten. Der 75%ige Umsatzausfall galt bisher grundsätzlich als Unterstützungslösung, orientiert an der Gastro- und Eventbranche. Inwieweit dies nun auch für weitere Branchen gilt, die vom Lockdown betroffen sind, bleibt abzuwarten.

 

Darüber hinaus sind indirekt betroffene Unternehmen, die regelmäßig mindestens 80 % ihrer Umsätze mit direkt von der Schließung betroffenen Unternehmen erzielen, antragsberechtigt.

 

Mittelbar betroffene Unternehmen, die mindestens 80 % ihrer regelmäßigen Umsätze durch Lieferungen und Leistungen im Auftrag von direkt betroffenen Unternehmen erzielen, sind ebenfalls antragsberechtigt.

 

Die Zuschüsse werden anteilig für die Anzahl der Tage, an welchen das Unternehmen geschlossen war, ausbezahlt.

 

Indirekt betroffene Unternehmen, die zu 80 % betroffen sind sowie Mischbetriebe (verschiedene wirtschaftliche Aktivitäten) erhalten die Förderung ebenfalls in voller Höhe (75 % des Vergleichsumsatzes).

 

Die Beantragung erfolgt über die Plattform der Überbrückungshilfe durch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder Rechtsanwälte. Anträge für die Dezemberhilfe sind zum aktuellen Zeitpunkt (Redaktionsschluss Newsletter 17.12.2020 – 12 Uhr) noch nicht möglich. Wir prüfen die Antragsfähigkeit täglich für Sie.

 

Erleichterungen für Soloselbständige und junge Unternehmen

 

Soloselbständige haben das Wahlrecht anstelle des Umsatzes der Monate November oder Dezember 2019 den durchschnittlichen Monatsumsatz des vorangegangenen Jahres als Grundlage zu nehmen.

 

Junge Unternehmen können den Umsatz des Monats Oktober 2020 oder aber den Durchschnittsumsatz seit Gründung als Grundlage für die Ermittlung November-/Dezemberhilfe ansetzen.

 

Soloselbständige können bis zu einer Förderhöhe von 5.000,00 € den Antrag auf Förderung ohne eine Überprüfung von Dritten über Elster stellen.

 

 

Überbrückungshilfe III

 

An die Überbrückungshilfe II, welche bis zum 31. Dezember 2020 läuft, wird sich die Überbrückungshilfe III anschließen. Diese läuft voraussichtlich bis Ende Juni 2021.

 

Der Förderbetrag beträgt für Unternehmen mit starken Umsatzrückgängen pro Monat maximal 200.000,00 €. Für Unternehmen, die von der Schließung ab dem 16. Dezember 2020 betroffen sind, soll der Förderhöchstbetrag auf 500.000,00 € je Monat angehoben werden.

 

Antragsberechtigt sind Unternehmen sowie Freiberufler im Haupterwerb mit einem jährlichen Umsatz von bis zu 500 Mio. €, die bereits vor dem 1. Mai 2020 am Markt tätig waren.

 

Darüber hinaus ist ein Umsatzeinbruch von mindestens 50 % in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis Dezember 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten

 

oder

 

ein Umsatzeinbruch von mindestens 30 % im Durchschnitt in den Monaten April bis Dezember 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum Voraussetzung.

 

Unternehmen, die von der Schließungsanordnung ab dem 16. Dezember 2020 betroffen sind, allerdings keinen Anspruch auf die außerordentliche Wirtschaftshilfe (= Novemberhilfe/Dezemberhilfe) haben, sind ebenfalls antragsberechtigt. Diese Unternehmen können für jeden Monat zwischen November 2020 und Juni 2021 bei einem Umsatzrückgang von mindestens 40 % gegenüber dem Vorjahresvergleichsmonat Überbrückungshilfe beantragen.

 

Unternehmen, die direkt von der bundesweiten Schließungsanordnung ab 16. Dezember 2020 betroffen sind oder einen starken Geschäftsbezug zu direkt betroffenen Unternehmen haben, können ebenfalls Überbrückungshilfe beantragen.

 

Die Höhe der förderfähigen Fixkosten beträgt

 

  • 90 % der Fixkosten bei mehr als 70 % Umsatzeinbruch
  • 60 % der Fixkosten bei Umsatzrückgang von 50 % bis 70 %
  • 40 % der Fixkosten bei Umsatzeinbruch von mehr als 30 %

 

und ist jeweils gedeckelt auf 200.000,00 € bzw. 500.000,00 € pro Fördermonat.

 

Folgende Fixkosten werden unter anderem gefördert:

 

  • Mieten und Pachten
  • Finanzierungskosten und ähnliche Kosten, die nicht umsatzabhängig sind (Kosten für Auszubildende oder Grundsteuern)
  • Aufwendungen für Personal, welches Kurzarbeit nicht nutzen kann (Pauschale in Höhe von 20 Prozent der übrigen förderfähigen Fixkosten)
  • Modernisierungs-, Renovierungs- und Umbaumaßnahmen zur Umsetzung von Hygienekonzepten bis zu 20.000 Euro
  • Abschreibungen von Wirtschaftsgütern bis zu 50 %
  • Marketing- und Werbekosten (maximal in Höhe der entsprechenden Ausgaben im Jahr 2019)

 

Darüber hinaus werden für besonders schwer von der Corona Pandemie betroffene Branchen, bspw. die Reise- und Veranstaltungsbranche weitere Kosten anerkannt. Eine Konkretisierung, welche Kosten es betreffen wird, liegt aktuell noch nicht vor.

 

Die Antragstellung erfolgt, wie auch bei der Überbrückungshilfe II, über Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder Rechtsanwälte.

 

Soloselbständige können bis zu einer Förderhöhe von 5.000,00 € den Antrag auf Förderung, ohne eine Überprüfung von Dritten, über Elster, unter Verwendung ihres Elsterzertifikates, stellen.

 

 

Neustarthilfe für Soloselbstständige

 

Die sogenannte Neustarthilfe soll insbesondere Soloselbständige wie Künstler und Kulturschaffende unterstützen. Die Neustarthilfe beinhaltet ein Zuschuss zur Betriebskostenpauschale in Höhe von bis zu 5.000,00 €.

 

Antragsberechtigt sind Soloselbständige, die keine Fixkosten nach Überbrückungshilfe erstattet bekommen und zu mindestens 51 % ihrer Einkünfte aus der selbständigen Tätigkeit erzielen.

 

Der Förderhöchstsatz wird gewährt, wenn ein Umsatzrückgang in den Monaten Dezember 2020 bis Juni 2021 von mehr als 50 % im Vergleich zum Vorjahresumsatz für den Vergleichszeitraum zu verzeichnen ist.

 

Die Förderung beträgt 25 % des siebenmonatigen Referenzumsatzes, höchstens jedoch 5.000,00 €.

 

Die Neustarthilfe soll ab dem 1. Januar 2021 gelten und als Vorschuss gezahlt werden.

 

Genauere Informationen zur Antragstellung sollen in der kommenden Woche nach Abstimmung des Bundes, der Länder sowie der EU-Kommission bekannt werden.

 

Wir halten Sie hierüber selbstverständlich auf dem Laufenden.

 

 

Sonderfonds für Kulturveranstaltungen

 

Für die Veranstaltungsbranche soll es einen zusätzlichen Sonderfonds geben, dessen Details derzeit erarbeitet werden.

 

Selbstverständlich halten wir Sie hierüber auf dem Laufenden.

 

 

KfW-Schnellkredite

 

Der KfW-Schnellkredit kann künftig auch von Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten beantragt werden. Die Kreditgewährung erfolgt abhängig vom Umsatz des Jahres 2019 und kann bis zu einem Betrag von 300.000,00 € betragen. Eine gesonderte Kreditprüfung findet bei der Kreditgewährung nicht statt.

 

 

Steuerliche Hilfen/Fristen

 

 

Die Frist zur Abgabe der Steuererklärungen 2019 wird, sofern ein Steuerberater mit der Erstellung dieser beauftragt ist, bis zum 31. März 2021 verlängert.

 

Darüber hinaus können wirtschaftlich schwer von der Corona Pandemie betroffene Steuerpflichtige weiterhin Stundungen für alle Steuerzahlungen bis zum 30. Juni 2021 beantragen.

 

Stundungen von Steuerzahlungen bis zum Ende des Jahres 2021 können unter Vereinbarung einer Ratenzahlung beantragt werden. Auf die Erhebung von Stundungszinsen wird seitens des Finanzamts verzichtet.

 

Es wird seitens des Bundesanzeigers nicht beanstandet, wenn die Offenlegung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2019 bis zum 28. Februar 2021, anstelle bis zum 31. Dezember 2020, erfolgt. Von einem Ordnungsgeldverfahren wird insoweit abgesehen.

 

 

Wir sind für Sie da

 

 

Wie gewohnt, stehen wir Ihnen zum Jahresende und im Jahr 2021 weiterhin unterstützend und beratend bei der Beantragung von Corona-Hilfen zur Seite. Gemeinsam mit Ihnen werden und wollen wir auch im neuen Jahr diese besonderen Zeiten bestmöglich meistern und bedanken uns in diesem Zusammenhang für Ihr entgegengebrachtes Vertrauen und die Zusammenarbeit.

 

Um im Jahr 2021 voller Tatendrang ans Werk gehen zu können, wird unsere Kanzlei in der Zeit vom 23. Dezember 2020 bis zum 3. Januar 2021 geschlossen sein. Die Erreichbarkeit im Notfall ist analog der Vorjahre über

 

Frau Stefanie Abend-Klaus       (0173 5783793)

Herrn Jens Titze                       (0172 5678087)

 

für Sie gewährleistet.



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