Gesundheitsförderung/Erholungsbeihilfen: Steuer- und sozialabgabenfreie Zuwendungen an Arbeitnehmer

29. November 2018

Wir möchten Ihnen heute zwei attraktive Gestaltungsmodelle vorstellen, bei denen Sie Gehaltsbestandteile lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei oder zumindest pauschal versteuert auszahlen können. So können Sie auch in der Weihnachtszeit bei Ihren Mitarbeitern punkten:

 

 

 

Gesundheitsförderung

 

 

Leistungen des Arbeitgebers, die den allgemeinen Gesundheitszustand der Arbeitnehmer verbessern, sind bis 500 € im Jahr pro Arbeitnehmer steuer- und sozialabgabenfrei, wenn sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden (§ 3 Nr. 34 EStG). Der Arbeitgeber darf Kosten für Gesundheitskurse zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes ersetzen, für die sog. Primärprävention nach § 20 Abs. 1 SGB V und für die betriebliche Gesundheitsförderung nach § 20a SGB V.

 

Hierzu gehören folgende Bereiche:

 

  • Bewegungsgewohnheiten/arbeitsbedingte körperliche Belastung
  • Ernährung/Betriebsverpflegung
  • Stressbewältigung/Entspannung/psychosoziale Belastungen
  • Suchtmittelkonsum (z. B. Förderung des Nichtrauchens)Steuerbefreit sind hierbei nicht nur Leistungen des Arbeitgebers, sondern auch Zuschüsse des Arbeitgebers an die Arbeitnehmer für extern durchgeführte Maßnahmen. Die Bezuschussung von Mitgliedsbeiträgen an Sportvereine oder Fitness-Studios sind nicht steuerbefreit. Eine Ausnahme gilt nur für bestimmte Maßnahmen des Sportvereins/Fitness-Studios, die den Anforderungen der Prävention Rechnung tragen, wie z.B. die Bezuschussung von Kosten zu einem Yoga-Kurs oder Rückenschulen-Kurs. Ebenso zählen auch präventive Maßnahmen von Physiotherapeuten hierzu, soweit dies der betrieblichen Gesundheitsförderung dient.

 

Voraussetzung zur Gewährung eines steuerbefreiten Zuschusses ist, dass die Rechnung des externen Dienstleisters zu den Lohnunterlagen genommen wird und somit als Nachweis dem Finanzamt im Rahmen einer Betriebsprüfung vorgelegt werden kann. Wir empfehlen außerdem, auf der Rechnung bzw. in dem Vertrag einen Hinweis aufnehmen zu lassen:  Es handelt sich hierbei um eine Gesundheitsförderung nach §20/§ 20 a SGB V.

 

 

Erholungsbeihilfen: Steuer- und sozialabgabenfreie Zuwendungen an Arbeitnehmer

 

 

Arbeitgeber können mit Erholungsbeihilfen ihre Arbeitnehmer finanziell unterstützen und gleichzeitig Steuern und Sozialabgaben sparen.

 

Die Erholungsbeihilfe setzt eine Erholungsmaßnahme des Arbeitnehmers (Urlaub, Ausflug etc.) innerhalb von drei Monaten vor bzw. nach Zahlung der Beihilfe voraus. Es sind Zuschüsse für Pauschalreisen, individuelle Reisen, Kosten für Ausflüge mit der Bahn, die Nutzung von Seilbahnen, Ausflugsschiffen, der Eintritt zu Touristeneinrichtungen, Eintritt in Freizeiteinrichtungen, wie Spaßbäder, Freizeitparks und Ähnliches begünstigt.

 

Voraussetzung ist zudem, dass die Leistung des Arbeitgebers zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht wird.

 

Die Erholungsbeihilfe ist pauschal mit 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag zu versteuern; sie ist sozialversicherungsfrei. Der Arbeitnehmer erhält somit einen komplett steuer- und sozialversicherungsfreien Zuschuss. Folgende Höchstbeiträge im Kalenderjahr für die Pauschalversteuerung sind zu beachten:

 

Arbeitnehmer:   156,00 €

Ehepartner:       104,00 €

je Kind:                52,00 €

 

Arbeitnehmer kann auch derjenige sein, der geringfügig als Minijobber oder kurzfristig als Aushilfe beschäftigt ist oder der sozialversicherungsfrei ist, aber steuerlich als Arbeitnehmer angesehen wird, wie zum Beispiel ein Gesellschafter-Geschäftsführer.

 

Des Weiteren müssen Arbeitgeber die Zweckverwendung sicherstellen. Wir empfehlen Ihnen, eine Bestätigung des Arbeitnehmers einzuholen, dass dieser die Erholungsbeihilfe für Erholungszwecke/Urlaub eingesetzt hat.

 

Nachfolgend finden Sie einen Formulierungsvorschlag für einen Verwendungsnachweis, den der Arbeitnehmer unterschreibt.

 

 

Musterformulierung / Verwendungsnachweis des Arbeitnehmers:

 

Hiermit bestätige ich, dass ich die am …. erhaltene Erholungsbeihilfe in Höhe von .… Euro (ggf. ergänzen gemeinsam mit meinem Ehepartner und meinen Kindern) zu Erholungszwecken verwendet habe.

 

Ort, Datum, Unterschrift Arbeitnehmer

 

 

 

Gern stehen wir Ihnen für Rückfragen zum vorgenannten Thema zur Verfügung.



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