Neues Gesetz

Steuerliche Maßnahmen zur Berücksichtigung der Auswirkungen des Coronavirus

11. Januar 2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

wir wünschen Ihnen zunächst noch ein gesundes, neues Jahr, verbunden mit allen guten Wünschen für 2021!

 

Wie bereits in unserem Ausblick für das Jahr 2021 (Newsletter vom 17. Dezember 2020) angekündigt, wird es für das Jahr 2021 weitere, vereinfachte Möglichkeiten der Steuerstundungen und Beantragung von Anpassungen von Steuervorauszahlungen geben. Die Regelungen und Erläuterungen des Bundesministeriums der Finanzen hierzu haben wir Ihnen folgend zusammengefasst.

 

Vereinfachtes Verfahren für die Stundung von Steuerzahlungen

 

Ab sofort können Steuerpflichtige, die unmittelbar und nicht unerheblich wirtschaftlich negativ von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen sind, einen Antrag auf Stundung der bis zum 31. März 2021 fälligen Steuerzahlungen stellen. Die Frist zur Beantragung der Stundung ist aktuell der 31. März 2021. Der Zahlungsaufschub für diese Steuerzahlungen, welche bis zum 31. März 2021 fällig sind, wird bis längstens 30. Juni 2021, also für maximal 3 Monate gewährt.

 

Darüber hinaus, also für einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten, können Steuerzahlungen bis zum 31. Dezember 2021 gestundet werden, wenn über die gestundeten Steuerzahlungen eine Ratenzahlung vereinbart wird.

 

Das Bundesministerium der Finanzen weist in seinem Schreiben darauf hin, dass bei der Prüfung der Voraussetzungen für die Stundungen durch die jeweiligen Finanzämter keine strengen Anforderungen zu Grunde zu legen sind. So ist bspw. ein betragsmäßiger Einzelnachweis von coronabedingt entstandenen, wirtschaftlichen Schäden nicht erforderlich.

 

Zudem weist das Bundesministerium der Finanzen darauf hin, dass von der Erhebung von Stundungszinsen abgesehen werden kann. Das bedeutet, dass die Erhebung bzw. der Verzicht auf Stundungszinsen im Ermessen der jeweilige Finanzbehörden liegt. Gern unterstützen wir Sie hier auch bei etwaigen Erlassanträgen, soweit erforderlich.

 

Absehen von Vollstreckungsmaßnahmen – Vollstreckungsaufschub

 

Für Vollstreckungsschuldner, die ebenfalls wirtschaftlich nicht unerheblich negativ von der Corona-Pandemie betroffen sind, besteht die Option, durch eine Mitteilung an das zuständige Finanzamt den Vollstreckungsaufschub bis zum 30. Juni 2021 zu beantragen. Dieser gilt für bis zum 31. März 2021 fällig gewordene Steuerzahlungen. Darüber hinaus entstehen in diesen Fällen für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis 30. Juni 2021 keine Säumniszuschläge auf Grund verspäteter Zahlungen.

 

Zusätzlich gibt es auch hier die Möglichkeit der Vereinbarung einer Ratenzahlung bis höchstens 31. Dezember 2021, einschließlich eines Erlasses der bis dahin entstandenen Säumniszuschläge.

 

 

Möglichkeit der Anpassung der Steuervorauszahlungen

 

Unmittelbar und nicht unerheblich negativ wirtschaftlich betroffene Steuerpflichtige haben die Möglichkeit bis zum 31. Dezember 2021 die Anpassung der Einkommensteuer- sowie Körperschaftsteuervorauszahlungen für das Jahr 2021 zu beantragen. Auch hier soll die Prüfung der Voraussetzungen für die Anpassung der Steuervorauszahlungen keinen strengen Anforderungen unterliegen. Die Darstellung der aktuellen Verhältnisse des Steuerpflichtgen ist insoweit für die Beantragung der Anpassung der Steuervorauszahlungen ausreichend, ein wertmäßiger Nachweis entstandener wirtschaftlicher Schäden ist nicht erforderlich.

 

Selbstverständlich stehen wir Ihnen gern bei Fragen zur Möglichkeit und Notwendigkeit zur Beantragung von Stundungen oder Anpassung von Steuervorauszahlungen zur Verfügung und übernehmen die Erstellung der erforderlichen Anträge.



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